Heme Button 360-Grad-FeedbackMitarbeiterbefragung und 180-Grad-Feedback

 

180-Feedback und Mitarbeiterbefragung onlineEine große Studie der Harvard-Business School hat ergeben, dass Unternehmen mit einer überdurchschnittlichen Mitarbeiter- und Kundenzufriedenheit Wachstumsraten und Renditen erzielen, die um den Faktor 3,4 höher sind als bei den übrigen Firmen (siehe Literaturhinweise: Fleming und Yee).


Beim 180-Grad-Feedback (auch „upward feedback“ genannt) bekommen die Führungskräfte (zusätzlich zu ihrem Selbstbild) eine Einschätzung ihres Führungsverhaltens durch ihre direkten Mitarbeiter. Nimmt man noch eine dritte Perspektive hinzu, zum Beispiel die der Kunden oder Kollegen, spricht man von einem 270-Grad-Feedback. Diese Informationen sind die wichtigste Voraussetzung für eine objektivere Einschätzung der Führungsqualität (Führungskultur) oder der Kundenbeziehungen. Seriöse Studien zeigen zum Beispiel, das Unternehmen mit überdurchschnittlich guten Kundenbeziehungen einen rund doppelt so hohen Kundenwert (definiert als Umsatz x Deckungsbeitrag) erzielen als ihre Konkurrenten.

 

Im Falle einer Mitarbeiterbefragung bewerten alle Mitarbeiter die gesamte Situation im Unternehmen (die Unternehmenskultur). Es ist somit auch ein 180-Grad-Feedback. Die Mitarbeiterbefragung gilt als ein strategisches Führungsinstrument, weil sie sehr konkrete Hinweise dafür gibt, wo die wichtigsten „Stellschrauben“ zur Steigerung der Effektivität und Effizienz der gesamten Organisation liegen – und zwar ungefiltert durch oft viele Hierarchieebenen. Werden zusätzlich geeignete demographische Daten erhoben, lassen sich Stärken und Schwächen in den wichtigsten Funktionsbereichen identifizieren.

 

Ein weiterer wichtiger Vorteil besteht darin, dass die Unternehmensleitung die Ergebnisse der Mitarbeiterbefragung auch als Frühindikatoren für potentielle Risiken nutzen kann. Somit wird der Handlungsbedarf und seine Dringlichkeit deutlich noch bevor sich manche Probleme politisch oder öffentlich hochschaukeln.

 

Beispiele für Themen aus dem Fragebogen Mitarbeiterbefragung sind:

  • Arbeitsbedingungen (Räume, Arbeitsmittel, Arbeitszeit)
  • Aufgaben und Ziele (Klarheit, Kenntnisse und Befugnisse, Entscheidungsspielräume)
  • Entwicklung (Förderung persönlicher Stärken, Weiterbildung, berufliche Perspektiven)
  • Bezahlung (Leistungsgerechtigkeit, Bezug zur Verantwortung und Kompetenz,  Sozialleistungen)
  • Kollegen und Team (Arbeitsklima, Teamgeist, Vertrauen, Konfliktverhalten)
  • Führungskräfte (Vorbild, Vertrauen, Förderung, Herausforderung, Fairness)
  • Kommunikation und Information (zwischen Teams und Abteilungen, über Hierarchieebenen, mit Kunden und anderen Stakeholdern)
  • Abläufe (Transparenz, Reibungsverluste, Komplexität, Effizienz, Verbesserungsmaßnahmen)
  • Kundenorientierung (Verfügbarkeit, Zuverlässigkeit, Freundlichkeit, Ressourcen).

Damit bei einer Mitarbeiterbefragung oder einem 180-Grad-Feedback Ergebnisse herauskommen, die dazu geeignet sind, einen Beitrag zur Steigerung der angestrebten Ziele (Mitarbeiter- und Kundenloyalität sowie Rendite) zu leisten, sollte man besonders darauf achten, dass die allgemeinen Qualitätskriterien eingehalten werden, die für alle Erhebungen gelten (Relevanz, Objektivität, Validität und Reliabilität). Diese Aspekte wurden bereits im Abschnitt über die Anforderungen an den Fragebogen erläutert.

 

Auch die Erfolgsfaktoren sind ähnlich wie beim 360-Grad-Feedback (siehe die Seiten Erfolgsfaktoren sowie Risiken, Vor- und Nachteile).

 

Fazit: Das 180-Grad-Feedback (bzw. das 270-Grad-feedback) und die Mitarbeiterbefragung können äußerst nützliche und zudem objektive Daten für fundierte Maßnahmen zur gezielten Veränderung der Unternehmens- und Führungskultur und somit zur Effizienzsteigerung liefern. Diese Vorteile erscheinen überwältigend im Vergleich zum Aufwand der meist online durchgeführten und nahezu automatisch ausgewerteten Befragung.

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